Werkzeuge und Werte suchen statt Ostereier

Eine kreative und sinnige Oster-Beschäftigung wurde dieses Jahr neu erfunden: Werkzeugsuche statt Ostereiersuche. Wir liefen Gelände und Gebäude ab, um liegengebliebenes Werkzeug u.v.m. zusammen zu suchen. Es kam so einiges zusammen… :-/

Wie geht ein guter Umgang mit Gemeingütern? Das Thema ruft immer wieder Unzufriedenheiten hervor. Gemeinschaft ist immer auch chaotisch – aber deswegen kann ich doch wohl die Erwartung haben, dass alle ihr Werkzeug ordentlich zurückbringen und pflegen – schließlich haben wir uns doch Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben?! Jedenfalls braucht das Thema Geduld und Ausdauer.

Die Osterfunde

Wie so manch andere Themen, die wir uns auch auf die Fahne geschrieben haben. Davon haben wir ein paar als Werte festgeklopft während unserer einwöchigen Intensivzeit. In der Zeit hatten wir auch externe Begleitung dabei und haben uns mit unseren Gruppendynamiken, Konflikten, Visionen beschäftigt. Und mit der Frage: „Was ist Gemeinschaft für mich/uns?“

Gemeinschaft ist nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen, sondern bedeutet auch viel Konflikt und Aushandlung. Konflikte zeigen oft einen Spannungsbogen für Positionierungen, die sich ergänzen /widersprechen/ausschließen/voneinander lernen können?

Und während der Intensivzeit haben wir uns natürlich auch mit unseren Werten beschäftigt. Tadaaa, we present to you:

  • Außenwirkung: Wir machen dieses Projekt nicht nur für uns, sondern wir wollen damit zu einem sozial-ökologischen Wandel in der Welt beitragen.
  • Ökologie: Wir achten in allen Lebensbereichen auf ökologisch nachhaltiges und ressourcenbewusstes Handeln.
  • Hierarchiebewusst und -kritisch: Wir wollen Hierarchien aufdecken, sichtbar machen und kritisch hinterfragen, ob sie wirklich notwendig sind, wie sie abgebaut werden können und wie ein verantwortungsvoller und reflektierter Umgang gestaltet werden kann.
  • Möglichst tauschlogikfrei: Unser Verständnis von Tauschlogikfreiheit beinhaltet a) Bedürfnisorientierung, b) Beitragen statt Tauschen und c) Besitz statt Eigentum oder Kollektiv-Eigentum statt Privat-Eigentum (hier sind wir uns noch nicht ganz einig).
  • Drogenbewusst: Drogenkonsum wird hinterfragt und bewusst gestaltet. Wir möchten mit Automatismen (z.B. zu jeder Feier wird automatisch Alkohol konsumiert) brechen.
  • Längere Erklärungen zu den einzelnen Werten findet ihr hier.

Das sind die ersten, auf die wir uns gemeinsam geeinigt haben.

Auch sehr wichtig für uns, aber noch nicht ausformuliert und final:

  • „tierleidsensibel und keine eigene Tierhaltung“ (d.h. möglichst wenig Konsum von tierischen Produkten)
  • und „linkes Politikverständnis“ (d.h. alle Menschen sind gleichwertig; Wir wollen uns mit Diskriminierung und gesellschaftlichen Strukturen auseinandersetzen und sie verändern, z. B. Anti-Rassismus, Feminismus, Alternativen zu Kapitalismus)

Und jetzt noch ein paar andere Themen:

Die lang angepeilte neue Küche in Ost0 ist endlich benutzbar! Und sehr hübsch geworden! Das Beweisfoto liefern wir noch nach 😉 Sie dient uns aktuell als Gemeinschaftsküche und später als Gästeküche, wenn mal wieder Veranstaltungen stattfinden dürfen.

Uff, ohne Veranstaltungen und mit dem Bankkredit am Bein ist es dieses Jahr finanziell echt schwierig. Wir können jeden kleinen Betrag gut gebrauchen. Also falls bei euch Geld rumliegt, dann überlegt doch mal, ob ihr das nicht in unserem Projekt parken wollt als Genossenschafts-Anteil oder ob ihr uns sogar etwas als Spende abgeben könnt. Hier findet ihr mehr Infos dazu.

Wir hoffen auch weiterhin auf eine Förderung über das Netzwerk Stadt Land, wodurch wir eine Permakulturplanung für das Gelände und Infrastruktur für Außenveranstaltungen finanzieren könnten. Der Antrag ist eingereicht und nun heißt es auf die Entscheidung warten.

Und dann gab es noch eine Entscheidung, die wir selber getroffen haben und die uns schwer gefallen ist und uns weiterhin beschäftigt. Ein langjähriger Mitbewohner muss gehen, die Konflikte waren schon lange da, aber die Entscheidung haben wir sehr lange hinausgezögert, zumal wir ja auch wollten, dass es gemeinsam weiter gehen kann.

Zum Abschluss noch ein schönes Thema: Die letzten Monate sind alle Pflanzen schön gesprossen, sodass wir schon erste Rauke aus unserem Garten ernten konnten, natürlich neben einigen Wildkräutern und viel Bärlauch, der uns leckeres Pesto für noch einige Monate beschert hat.

Frühlings- und sommerhafte Grüße aus der Freien Feldlage!

PS: Kennt ihr eigentlich schon „Unser aller Wald„? Auch ein tolles Projekt! Eine Waldbesetzung / Baumhausdorf in NRW, die sich gegen weiteren Braunkohleabbau einsetzt und sich als Freiraum versteht, um gemeinsam Alternativen zu probieren und zu gestalten, wie Menschen gut zusammen leben wollen und können.

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