Wachstum und Vergänglichkeit. oder: Ein Winterfest.

Ein ereignisreicher Sommer ist vorbei. Und mit ihm die Tage am Löschteich, der pünktlich zur warmen Jahreszeit fertig war und uns viel Freude und Abkühlung beschert hat. Und zuvor auch viele viele Nerven gekostet hat. Große Flachwasserbereiche für Pflanzen waren uns wichtig und die ersten Wassertierchen kamen wie von selbst.

Julia Pleintinger (l.) und Anna Plohmann am neuen Feuerlöschteich, der gleichzeitig Biotop ist.
Der Löschteich ist fertig und gelungen!

Mit dem Herbst kommt nun wieder die Konsolidierungsphase: Wer sind wir und wohin wollen wir gemeinsam? Was sind unsere Ideale, Ziele, Werte?
Und es stehen noch einige Vorbereitungen für die kalte Jahreszeit an. Aktuell laufen die Holzwochen und wir machen täglich Brennholz.

In Haus X haben wir mehr Wohnraum geschaffen und arbeiten auf eine besser Isolation hin. Und das Baustellenschild konnte entfernt werden, denn wir haben nun ein offiziell abgenommenes Haus und die behördlichen Brandschutzauflagen erfüllt! Dieser große Schritt wurde ausgelassen gefeiert – wenn auch erst einige Wochen später… Am Feiern müssen wir noch arbeiten. Leichter fällt es, wenn Besuch hier ist. Da gab es gleich einige Sommerwochen, in denen wir viele Gäste vor Ort hatten. Viele davon akut gemeinschaftsinteressiert und viele, die wiederkommen. Juchu, wir wachsen wieder! Ein Zeichen dafür, dass wir auf einem guten Weg sind. Auch wenn uns natürlich immer wieder die Zweifel und Konflikte einholen: Wie stabil oder fragil ist unsere Gruppe tatsächlich? Was würde passieren, wenn manche Konflikte nicht immer wieder unter den Teppich gekehrt würden? – Eine Möglichkeit zum Austausch darüber mit anderen Gemeinschaften ergab sich auf dem Kommune-Treffen des Kommuja-Netzwerks im August. Wir sind nun offiziell Anwärter*innen und die Kommune Niederkaufungen ist unsere Patenkommune.

Zum Thema Konflikt haben wir uns vier Tage mit externer Begleitung Zeit genommen. Um besser zusammenzuwachsen und „Lust auf Konflikt“ zu entwickeln. Der Raum dafür wurde geöffnet und jetzt heißt es dran bleiben am Thema und an den Konflikten – nicht um sie zu lösen, sondern um sie konstruktiv zu transformieren und sie als Chance zu begreifen uns tiefer kennenzulernen, so der ATCC-Ansatz.

Ein schwieriges und nerviges Thema wie für die meisten ist: Wie gehen wir mit CoViD19 um? Z. B. nehmen wir seit Monaten nur Gäste auf, wenn sie mindestens 2 Woche bleiben. Veranstaltungen? Nur kleine und draußen, unter einhaltung der Abstände z. B. drei Mal Freiluftkino! mit durchschnittlich 30 Besucherinnen aus der Region. Auch hier die große Frage, wie das im Winter werden soll. Für die nächste Saison haben wir uns auf Corona schon vorbereitet: Es soll mehr Infrastruktur auf dem Gelände geben, damit mehrere kleine Gruppen getrennt voneinander da sein können.

Und was ist sonst noch so passiert?

Die BMA ist fertig und bereit für die offizielle Abnahme! Wir haben ca. 1.000m Kabel gezogen und ca. 200 Melder und Sirenen befestigt. Und hatten ein großes Erfolgserlebnis in der Teamarbeit: geringere Fehlerquoten als so manche Profis, obwohl wir alle keine Expertinnen sind! Neben uns Projekties haben auch viele Helferinnen fleißig mitgeschraubt. Obwohl die Aufgaben in so vielen Händen lagen, waren die Ergebnisse trotzdem fast fehlerfrei. Ein Argument für unsere Sicht auf die Welt, wie wir finden. Und eine hohe Beteiligung von weiblich gelesenen Menschen – manchmal klappt es doch, Arbeitsaufteilung mal anders zu leben!

Bei der Installation der Brandmeldeanlage.

Früchte ernten konnten wir auch im Garten: reichlich Zucchini und Kürbis, viele Karotten und Kartoffeln, ein paar Tomaten und immer wieder Salat und Wildsalat.

Liebe Grüße aus der Freien Feldlage

von Mareike, Milan, Alix, Anna, Steffen, Ronja, Tobi, Theo, Sonja, Hermann, Julia, Regine und Alex

PS: Kennt ihr schon den Danni? Dannenröder Wald in Hessen. Eine Wald-Besetzung gegen einen Autobahn-Neubau. Für Verkehrswende und Klimaschutz.

Der Ostbalkon im Sommer: Kapuzinerkresse und Co.

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