Anwachskonzept: Vom Gast zum Vollmitglied

Grundsätzlich sind alle Menschen im Projekt willkommen. Es erscheint uns aber sinnvoll, eine Anwachsphase mit eingeschränkten (aber zunehmenden) Rechten und Pflichten einzuhalten. Die Anwachsphase dient dazu, gegenseitige Erwartungen zu klären, das Projekt und die Menschen kennenzulernen und herauszufinden, ob ein weiteres Zusammenleben und -arbeiten für beide Seiten gewünscht ist.

 

Es gibt vier verschiedene Status von Gemeinschaftsinteressierten. So können Rechte, Pflichten und die Verbindlichkeit zum Projekt von Menschen am Platz strukturiert und sichtbar gemacht werden. Ein fortgeschrittener Status beinhaltet automatisch alle Rechte, Pflichten und Voraussetzungen der davor liegenden Status.

Durch regelmäßige Reflexionsrunden, die zwischen Interessierter*m und der Gemeinschaft oder einer*m Buddy (Pat*in) stattfinden, lernen sich die Menschen untereinander, die Interessierten das Projekt und sich selbst als Bestandteil davon besser kennen. Gleiches wird durch die Voraussetzung von Aufenthalten am Stück, dem 14-tägigen Mitwohnen in der Gemeinschaft, versucht. Die Zeitspanne des Mitwohnens soll auch Berufstätigen oder interessierten Familien erlauben, diese  Voraussetzung zu erfüllen und zu schauen, ob ein Sesshaft-Werden ernsthaft infrage kommt und für alle Beteiligten passt. (Natürlich sind wir für Ausnahmen im Bedarfsfall offen! Solange sie Ausnahmen bleiben und nicht zur Regel werden.)

Der Weg vom (gemeinschaftsinteressierten) Gast zum Vollmitglied

In Zukunftsgesprächen wird entschieden, ob ein*e Interessierte*r den nächsten Status bekommt bzw. bekommen möchte. Interessierte können sich auch auf ihren momentanen oder darunterliegenden Status bewerben (Re-Evaluation). In den Zukunftsgesprächen wird vor allem reflektiert, wie sich der/die Interessierte entwickelt hat und wie er/sie in der Gemeinschaft agiert.

Wenn Menschen bereits bekannt, mit dem Ort und dem Projekt verbunden, besonders fähig sind, muss nicht der gesamte Prozess durchlaufen werden. An bestimmten Punkten gibt es die Möglichkeit zum Direkteinstieg in entsprechende Status durch Bewerbung oder Empfehlung. An den gleichen Punkten ist es für Menschen in dem Prozess möglich, diesen zu verkürzen und sich bereits vor der angesetzten Zeit auf einen Status zu bewerben. So können Reflexionsrunden der Ort sein, um ein Zukunftsgespräch zu erbitten.

Dieses Konzept soll Klarheit geben, aber genügend Raum und Freiheit für Einzelfälle und Individualität schaffen.

Was die vier Status im Einzelnen bedeuten und mit sich bringen, sowie der Ablauf von Zukunftsgesprächen, werden im Folgenden beschrieben.

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